premieren

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+++ 11.03.2016: Philoktet
Landestheater Schwaben / Germany

+++ 2016: Philoktet
Jerusalem Khan Theatre / Israel

+++ 23.01.2016: Der Auftrag
Theater Heilbronn / Germany

+++ 08.01.2016: Quartett
Artistas Unidos, Lisboa / Portugal

+++ 08.11.2015: Die Hamletmaschine
Chernihiv Oblast Theatre / Ukraine

+++ 18.09.2015: Der Auftrag
Theater Aachen / Germany
directed by Paul-Georg Dittrich

"Zement" eröffnet das 51. Berliner Theatertreffen

 

Sieben Theaterkritiker haben aus insgesamt 295 deutschsprachigen Inszenierungen zehn ausgewählt. Heiner Müller ist gleich zweimal unter den "bemerkenswerten Inszenierungen" vertreten. Mit "Zement", die letzte Inszenierung des 2013 verstorbenen Dimiter Gotscheff am Residenztheater München: "Der große Oktober der Arbeiterklasse" sei "ein Sommergewitter im Schatten der Weltbank" gewesen, ein "Mückentanz über Tatarengräbern": Zum Prolog tritt Regisseur Dimiter Gotscheff persönlich an die Rampe des Münchner Residenztheaters und skizziert aus Heiner Müllers Gedicht "Mommsens Block" (1992) das Bild einer Beständigkeit von Kapitalismus im Gegensatz zur Vergänglichkeit des Sozialismus. Konsequent wird dies das atmosphärische Motto in den dreieinhalb Stunden der nun folgenden Inszenierung sein: nicht Hammerhieb und Pistolenschuss, sondern Sommergewitter und Mückentanz. (Teresa Grenzmann, FAZ) Gotscheff, Regisseur und so etwas wie Müllers geistiger Nachlassverwalter, eröffnet in München einen Höllenraum der Conditio humana. Er lässt den Text Locken drehen auf dem Kopf der Ideologen, um sich andererseits ganz der Wucht der Sprache zu überlassen. Die muss so hart sein wie der Säuberungsbefehlston der Apparatschiks und dabei so brechend zart wie die Lage der Menschen in den Hungerjahren des kommunistischen Projekts. (…) Heiner Müllers Stück ist bei Dimiter Gotscheff vor allem eines: Theater zur Rettung der Seele. (Paul Jandl, Welt-Online) Ebenfalls am Residenztheater München hat Frank Castorf in seiner Inszenierung "Reise ans Ende der Nacht" von Louis-Ferdinand Céline den "Auftrag" eingewebt: Die Anspielung auf den in Müllers Stück gescheiterten Revolutionsexport in die Karibik, trägt Züge einer Allegorie. "Die Welt wird, was sie war, eine Heimat für Herren und Sklaven". Aus Müllers "Angst-Gang durch die Dritte Welt" entwickelt Castorf eine Angst-Reise ins Innere des Jahrhunderts der Extreme – dicht auf den Spuren eines paranoiden Autors, der in seiner Figur des Ferdinand Bardamu immer und immer wieder vor allem vor sich selbst und seinen Traumbildern geflüchtet ist. (K.Erik Franzen, Frankfurter Rundschau) Das Theatertreffen ist das wichtigste deutsche Bühnentreffen, das vom 2. bis zum 18. Mai in Berlin stattfindet und einen Überblick über das deutschsprachige Theater gibt.

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